ImagesCAW9N5BU

Bildschirm oder Papier – Wo schreibt und liest man besser für ein gutes Gedächtnis

Gewusst habe ich es immer und empfunden sowieso: es bleibt alles viel besser im Gedächtnis, wenn ich es per Hand aufschreibe und wenn ich ein Buch lese. Alles, was ich am PC mache ist eher eine flüchtige Erkenntnis, ein Moment des Aha, der sich dann wieder verflüchtigt. Und jetzt gibt es dazu sogar Studien.

 

Auch wenn man es genau weiß, braucht man trotzdem noch Studien, die es beweisen. Diese besagen, dass man sich beim Lesen eines Buches bzw. des gedruckten Wortes mehr konzentriert und so auch mehr im Gedächtnis hängen bleibt.

Lesen kann man übrigens nicht mit dem Sprechen vergleichen. Letzteres ist uns angeboren, automatisch lernen wir Laute zur Verständigung abzugeben und lernen ganz selbstverständlich sprechen. Hunderttausende von Jahren ist das schon so. Schreiben und lesen ist da wesentlich jünger, gut 6.000 Jahre, nicht mehr! Und man kann es mit dem Erkennen von Dingen vergleichen. Das erkennen eines Wortes und seiner Bedeutung ist wie wenn man einen Baum, ein Haus, einen Bleistift sieht: man weiß was es ist bzw. seine Bedeutung.

Eine sehr interessante Studie wurde von der Sprachprofessorin Naomi Baron gemacht: sie hat an 300 Universitäten der USA, Slowakei, Deutschland und Japan Studenten gefragt, wie sie lieber lesen und schreiben, am PC oder per Papier. Ganze 92 % haben sich für die gedruckte Version entschieden. Damit haben sie eine bessere Konzentration, es ist alles leichter verständlich und bleibt vor allem nachhaltig im Gedächtnis.

Ein guter Grund, warum das am PC nicht so ist, ist das surfen während man am PC liest. Man liest einen interessanten Artikel, klickt auf einen weiterführenden Link und so weiter. Damit hat man eine wahnsinnige Fülle an Informationen, die nicht fest, sondern locker abgespeichert werden.

Beim Schreiben ist es ähnlich. An der Tastatur fliegt man über die Buchstaben und auf dem Bildschirm kontrolliert man allenfalls, ob es richtig geschrieben aussieht. Aber es bliebt nicht wirklich haften, was man schreibt. Per Hand schreibt man langsamer, kann mit den Augen den einzelnen Buchstaben folgen, sich einprägen, wie sie ein Wort formen.

Die Konzentration auf die einzelnen Buchstaben und Wörter lassen einen Teil in unserem Gehirn arbeiten, das scrollen ist mehr etwas fürs Auge ohne das Gehirn selber groß in Bewegung zu bringen. Alles mit Studien bewiesen.

 

Für mich war es schon immer klar. Am PC eine Geschichte lesen ist wie Fernsehen gucken: es flimmert an mir vorbei und das war’s. Dagegen wenn ich ein Buch lese kann ich mich noch Jahre danach an den Inhalt erinnern. Ähnlich geht es mir übrigens mit Kino und Fernsehen. Bei letzterem kann ich oft schon nach den Ausschalten nicht mehr sagen, was ich gesehen habe, im Kino aber spreche ich oft noch Wochen danach von dem Film. Ich lese übrigens gerade ‚Lamentation‘ von C. J. Sansom – ein Krimi zur Zeit des Heinrich VIII. in London.

Bild:

„ImagesCAW9N5BU“ by Jadson José – Own work. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:ImagesCAW9N5BU.jpg#mediaviewer/File:ImagesCAW9N5BU.jpg