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Der Stress eines Drohnen-Pilotens

Unbemannte Flug-, Schwimm- oder Fahrobjekte ist die offizielle deutsche Benennung. Denn sie werde von einer Basisstation gesteuert und diese Piloten haben den selben Stress wie ‚richtige‘ Fahrer bzw. Piloten. Warum?

Neulich habe ich die Tribute von Panem gesehen. Und wieder einmal gedacht: diese Zukunftsfilme zeigen, was es heute schon längst gibt. In diesem Falle waren es die Drohnen, die im Film ‚Aufklärungsflüge‘ gemacht haben. Auch in der Realität gibt es Drohnen. Und die sind nicht nur zur Aufklärung da.

In einem anderen Bericht hatte ich schon mal über Drohnen geschrieben, die über dem Belize-Reef fliegen und dort beobachten sollen, wer gegen die Naturschutzgesetze verstößt. Aber auch in Konfliktländern und -gebieten werden diese Drohnen eingesetzt. Zur Aufklärung, für Hilfsaktionen, aber auch als Waffe.

In North-Dakota in den Vereinigten Staaten von Amerika ist eine der Hauptbasiszentren für Drohnenflüge. Von hier aus werden täglich hunderte von diesen unbemannten Flugobjekten in die Welt hinausgeschickt. Dabei sitzen die Piloten, die diese Flieger steuern, in kleinen Kabinen und leben alles, was die Drohne sieht, life mit. Denn sie müssen entscheiden, wo sie etwas abwirft, was sie sehen soll, wo sie Leben gibt oder nimmt.

Dabei haben diese Piloten ein normales Familienleben. Sie wohnen nur Minuten von der Basis entfernt und fahren täglich kurz zur Arbeit. Doch wenn sie von einem stressigen Tag nach Hause kommen, dürfen sie nichts von dem Preis geben, was sie getan oder erlebt haben. Nicht wirklich einfach sowas.

Drohnenpiloten haben dabei den selben Support wie ‚echte‘ Soldaten, die an der Front stehen und kämpfen. Denn ihr emotionaler Stress ist genauso hoch. Sie leiden gebenfalls oft an Depression, Selbstmordgedanken und Angstausbrüchen. Ein Soldat an der Front kann sich abreagieren, über seine Gefühle sprechen. Der Drohnenpilot läuft allerdings nicht Gefahr, zu sterben. Ein Vorteil?

Ein Routinetag eines Drohnen-Pilotens beginnt mit einem Briefing und der Einteilung in Teams. Dann heißt es ab in die Box und auf in das entsprechende Land. Die Drohnen sind dabei nicht immer auch in der South-Dakotas Basis stationiert, sondern oftmals auf halbem Wege zum Ziel. Aufgetankt werden müssen sie seltener als Passagierflugzeuge beispielsweise. Obwohl sie durchaus fast die selbe Größe haben können. Bis zu 35 m Flügelspannweite haben sie. Die schlanke, schwarze Form lässt einen verstehen, warum Menschen UFOs sehen. Denn solche merkwürdigen Flugobjekte im ‚richtigen‘ Lichtverhältnis können wahrlich eigenartig aussehen.

 

Drohnenflieger haben es also nicht leicht, jeden Tag in ein anderes Krisengebiet zu fliegen, dort eine Mission zu erledigen und am Abend mit den Kindern spielen und der Ehefrau ins Kino zugehen. Die Verantwortung, die Entscheidung zu machen, ob zum Leben zu helfen oder es zu nehmen, ist enorm hoch. Und dabei sah das so easy aus in dem Film – oder anderen – wenn diese fliegenartigen Objekte durch den Himmel flitzen und genau gucken, was man so macht. Wir sind eben ständig unter Beobachtung einiger wenige, die dann entscheiden, ob wir existieren dürfen oder nicht. Nicht wirklich beruhigend…

 

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