Ich sag euch, wie ihr denkt – Staatsmanipulation

Gerade vor ein paar Tagen habe ich gelesen, wie sich der Airbus-Chef darüber aufgeregt hat, dass über den Absturz der Germanwings-Maschine spekuliert und diskutiert wurde, obwohl man eigentlich noch gar nichts wusste. Und vor längerem habe ich ein Interview eines bekannten, renommierten deutschen Journalisten gehört, wie die Terroranschläge von westlichen Regierungen organisiert werden, damit sie von der eigentlichen, politischen Lage im eigenen Land ablenken und die Bösen woanders sitzen. Wir werden ständig durch die Medien manipuliert.

Neuester Bericht, den ich gelesen habe, ist über die Pro-Kreml-Meinungen. So werden vom Kreml so genannte Internet-Trolle finanziert. Sie setzen sich an den Computer und schreiben in Foren, Blogs und Kommentaren pro-Kreml Phrasen. Und das nicht nur im eigenen Land, sondern gleich weltweit. Finanziert wird das ganze von einer Firma, die dem persönlichen Sekretär des Staatsoberhauptes untersteht.
Wer sind diese Trolle? Junge Leute hauptsächlich, die einfach etwas mehr Geld verdienen wollen als in ihrem bisherigen Job. Diese werden engagiert und arbeiten von einem großen Gebäude in Sankt Petersburg aus. Und wehe sie kommen zu spät zur Arbeit. Es werden ihnen sofort von ihren 40.000 Rubeln im Monat 500 (!) abgezogen.
Diese Trolle nehmen bei ihren Aktionen alle Möglichen Identitäten an. Ob der Bauarbeiter, die Hausfrau oder der Polit-Student… sie alles sind Fake-Pro-Kreml-Personen.
So wurde auch die Ermordung der Oppositionsfigur Boris Nemtsov manipuliert dargestellt. Und letztendlich weiß die Öffentlichkeit nicht die Wahrheit, wer es war. Aber es war wichtig, dass die Welt glaubte, es waren seine eigenen Leute gewesen.
Der Kreml hat sich seit den Protesten in 2011/12 stark im Internet festgesetzt, um die Meinung der Öffentlichkeit zu manipulieren, ihnen andere Dinge glauben zu machen, als es wirklich sind.
Heraus kam diese ‚Troll Farm‘ Ende 2013, als die Novaya Gazeta darüber schrieb und einen ehemaligen Polizeichef dafür verantwortlich machte. Wer da allerdings genau die Fäden zieht, dass bleibt im Dunkeln, denn keiner hat Kontakt zu den höheren Instanzen.

Nun denken viele – manipulierte Köpfe – sofort, klar, in Russland, die machen sowas. Aber das ist nicht wahr. Wer mehrere Sprachen spricht, sollte einmal nach einem Geschehen die Nachrichten aus verschiedenen Ländern anhören. Es sind unglaubliche Unterschiede in den ‚Fakten‘, die durchaus nicht zusammenpassen müssen. Jedes Land berichtet so, wie es für die Fadenzieher ganz oben am günstigsten ist. Wie sie wollen, dass die Bevölkerung denkt – und im Alltag handelt. Rassenfeindlichkeit entsteht nicht unter Menschen, die miteinander leben, sondern durch Außenstehende, die manipulieren, zu eigenen Gunsten.

Ein bisschen mehr kritischen Blick auf alles werfen, nicht gleich glauben, was einem da erzählt wird, wenn man es nicht selber erlebt hat (in den seltensten Fällen und meist ist es dann ein Einzelfall), würde das Zusammenleben erleichtern. Und den reichen Politikern den Wind aus den Segeln nehmen. Aber wie Dante so schön sagt: nicht derjenige, der Böses treibt, ist Schuld, sondern derjenige, der wegguckt.