Google Diabetes Linse

Intelligente Kontaktlinse für Blutzuckerwerte und Diabetiker – aus dem Google Labor

High-Tech im Auge – mit der von Google entwickelten Kontaktlinse kann man über Sensoren den Blutzuckerspiegel messen und so rechtzeitig vor zu niedrigem gewarnt werden.

Diabetes ist eine sehr häufige Krankheit. Es gibt unterschiedlichen Typen und Schweregrade. Gut 10 % der Deutschen sind betroffen. Während die einen es mit einer resoluten Ernährungsumstellung schaffen, müssen die anderen spritzen. Und zwar immer rechtzeitig, damit der Blutzuckerspiegel nicht zu tief sinkt. Denn das kann verheerende Folgen haben – und sogar zum Tod führen. Während man meist den Stand durch einen Blutstropfen misst, kann man mit der Kontaktlinse so etwas vermeiden. Hierbei sind in der Kontaktlinse zwischen hauchdünnen Schichten ein Sensor und ein Miniatur-Funkship eingebaut, die die Tränenflüssigkeit im Auge messen und so den Stand des Blutzuckers ‚ansagen‘.
Entwickelt wurde dieses kleine, durchblickende Wunderding von Google X, das Forschungslabor von Google. Der Prototyp, der sich zur Zeit noch im Anfangsstadium befindet und getestet wird, misst jede Sekunde die Tränenflüssigkeit. Dabei werden die Daten dann an eine Smartphone-App weitergegeben. Geplant sind aber auch Mikro-Led in der Linse selbst, die eine explizite Warnung direkt im Auge auslösen.
Dabei muss man keine Angst haben, dass man jetzt mit Cyberaugen durch die Gegend läuft und als Alien angesehen wird. Der Chip und der Sensor sind so klein, dass sie wie kleine Glitzerpartikel im Auge aussehen. Also eher was für den Discobesuch…
Zu den Entwicklern zählt auch der bekannte Forscher Babak Parviz, der bereits andere Projekte für Google geleitet hat. Eine deutsche Firma ist auf ähnlichem Wege und hat einen winzigen Biosensor entwickelt, der aus Schweiß und Tränen die Blutzuckerwerte lesen kann.
Doch noch ist die Kontaktlinse nicht auf dem Markt. Es werden laut Google X noch mindestens zwei bis drei Jahre vergehen, bevor Diabetiker mit Kontaktlinsen ihre Diabetes in den Griff bekommen. Bis dahin braucht es noch vieler Tests, Studien, die die Sicherheit belegen und natürlich auch Verhandlungen mit den Krankenkassen, in wie weit diese solche Kontaktlinsen unterstützen.
Die Universität of Michigan hatte schon vor drei Jahren eine Möglichkeit gefunden, über das Auge die Werte zu messen. Deren nadelförmige Chip wurde an Versuchshasen ausprobiert und funktionierte einwandfrei.
Der Vorteil ist klar: das ständige Einstechen, mehrmals am Tag in den Finger, um an einem Blutstropfen die Werte zu messen, ist schmerzhaft und vor allem auch nicht ungefährlich. Die Einstichstelle kann sich verhärten, entzünden und Probleme bereiten. Mit der Kontaktlinse wäre das vergessen. Google braucht für die Entwicklung zuverlässige Partner, die unter Umständen auch aus Deutschland kommen könnten. Hier beispielsweise die Firma IMS – ein Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme aus Fraunhof.
Aus dem Google Labor stammt auch das Fahrerlose Auto (siehe den Bericht hier) oder die Datenbrille Google Glass. Die Google Kontaktlinsen gehören zu der so genannten Wearable Technology (Smartwatches etc.).

 

Foto von Google

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