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Medizinischer Fortschritt – Frau steuert Prothese durch das Gehirn

Zum ersten Mal hat ein Patient mit einem amputierten Arm eine Prothese, die er automatisch durch sein Gehirn steuert – wie einen echten Arm. Er benutzt ihn genauso als sei es sein eigener und doch kann er ihn ‚ablegen‘.

 

Im Januar letzten Jahres wurde einem schwedischen Truckfahrer, der durch einen Unfall vor mehr als 12 Jahren seinen rechten Arm verloren hat, eine ‚mind-controlled robotic‘ Prothese implantiert. Dadurch werden die Bewegungen durch Nerven und Muskeln, die die entsprechenden Signale senden, gesteuert.

Es gab auch schon vorher Prothesen, die direkt von den Nerven gesteuert werden, doch in diesem Falle ist es ganz neu, wie tief die neuromuskuläre Fläche gesetzt wurde. Die Prothese ist direkt an den Knochen gepflanzt, wobei es sich dabei nur um einen Titan-Implantat handelt und der Patient somit die Prothese auch jederzeit wieder absetzen kann. Dadurch entsteht ein enormer Vorteil zur bisherigen Prothese mit ‚Schuh‘. Wesentlich mehr Komfort in Bewegungen und einfach weniger Aufwand. Das schwedische Institut Chalmers University of Technology unter Leitung von Max Ortiz Catalan hat berichtet, dass selbst nach einem Jahr intensiver Nutzung die tief implantierten Elektroden eine bessere Kontrolle zulassen, als bei der herkömmlichen Weise, wenn sie an die Hautoberfläche gesetzt werden.

Der Patient benutzt seinen künstlichen Arm als sei es sein eigener und es gäbe keinerlei Komplikationen, so dass Institut, und die Prothese bliebe implantiert.

Der Vorteil in den Körper verpflanzten Elektroden ist unter anderem, dass sie sehr viel weniger Umwelteinflüssen ausgesetzt sind. Durch das lange Tragen hat der Patient immer mehr Kontrolle über den Arm und kann selbst kleine, zerbrechliche Dinge wie rohe Eier damit manövrieren.

Bisher gibt es noch keine Vergleichsfälle, da dieser Patient bislang der erste und einzige ist. Doch es lässt große Hoffnung auf weitere Möglichkeiten. Den Wissenschaftlern zufolge könnte es gut möglich sein, dass mit der Zeit auch ein umgekehrtes Verhältnis entsteht. Das die Prothese auch Signale an das Gehirn schickt. Was natürlich den Gedanken dazu führt, dass der Patient eines Tages mit der Prothese auch fühlen kann. Die ersten Schritte dahin sind gemacht, man erhofft sich große Fortschritte.

 

So eine Nachricht gibt gewiss vielen große Hoffnung. Denn gerade nach einem Unfall ist es oft sehr schwer, sich mit dem fehlenden Gliedmaßen zurechtzufinden. Und der psychische Leidensweg ist sehr lang. Auch durch eine Prothese ist damit natürlich nicht das Bein oder der Arm wieder da, aber doch kann man sein Leben wesentlich leichter genau so weiterleben wie vorher. Und wie es scheint gilt auch hier: Übung macht den Meister. Denn um so länger man die Prothese trägt und um so mehr sie genutzt wird, um so mehr Vertrauen bekommt man in sie, kann man sie kontrollieren – eben wie das eigene Bein oder den Arm. Die Wissenschaft ist unglaublich weit mit vielen Dingen, die mir größtenteils allerdings Angst machen. In diesem Fall kann man aber gewiss vielen Menschen in ein wesentlich besseres Leben verhelfen.

 

(Foto von takomabibelot, Quelle: http://motherboard.vice.com/en_uk/read/mind-controlled-prosthetics-are-ready-for-real-life-2398710)

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