Meinungslos durch Social Media?

Durch das Internet gibt es heute eine Unmenge an Fülle von Informationen. Jeder kann sich schlau machen und Wissen aneignen und das Geschehen der Welt verfolgen. Doch wer hätte es gedacht: die Menschen werden damit meinungslos.

 

Das Internet ist das, was im Mittelalter die Bücher waren. Bis vor 30 Jahren saßen auch wir noch in der Bibliothek und haben Bücher gewälzt, wenn wir uns über ein bestimmtes Thema informieren wollten. Heute haben die meisten Internet oder zumindest Zugang zu diesem. Und hier findet man wirklich alle Informationen zu allen nur erdenklichen Themen. Jederzeit. Dazu kommen selbstverständlich auch Meinungen, Ansichten und vor allem Gegenmeinungen und Gegenansichten.

Und genau das müsste – so denkt man – die eigene Meinung viel besser bilden können, als wenn man in Büchern liest. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Die Menschen werden immer meinungsloser.

Schuld daran ist allerdings nicht die Fülle an Informationen, sondern die Social Media. Millionen von Menschen sind auf Facebook und/oder Twitter beispielsweise.

Dabei geht es hauptsächlich um politische Fragen. So sagen Facebooker und Twitterer nicht offen, wie sie zu gewissen Fragen stehen. Dabei wollen sie nicht ihre hier gefundenen ‚Freundschaften‘ verlieren. Wenn beispielsweise alle meine Freunde gegen die Stellung der Frau in den arabischen Ländern sind, ich aber sage, dass es ok ist, wenn ein Land seine eigene Vorstellungen von Lebensgemeinschaft etc. hat, dann könnte ich womöglich meine ‚Freunde‘ verlieren. Das Verhalten auf den Social Media wirkt sich natürlich auch auf das reale Leben aus, wo eigene Meinungen heute weniger verfochten werden als früher.

Durch das Internet bzw. die Social Media umgeben sich die Menschen mehr und mehr mit Gleichgesinnten, die so denken wie sie selber. Und das Internet tut sein übriges, uns noch mehr Gleichdenkende vorzustellen.

Der Effekt – so lässt es mich denken – ist ähnlich wie bei Kindern. Diese wollen gleich sein wie die anderen, dazugehören. Auch wenn es eigentlich gar nicht ihrer Natur entspricht. Als Erwachsener scheint sich das fortzusetzen, sichtbar heute durch die Social Media.

Dabei darf man nicht vergessen, dass auch Twitter, Facebook und Co. uns manipulieren. Es werden Dinge gezeigt, die wir nicht gefragt haben, genauso auch Dinge nicht gezeigt, die wir eigentlich gerne sehen/lesen würden.

Einer Studie nach würden die Social Media Nutzer eine politische Frage beispielsweise nicht in den Social Media diskutieren. Und nur die, die gelegentliche Nutzer dieser Medien sind, sind bereit, es zumindest zuhause in der Familie und dem engen Freundeskreis zu tun.

Ganz interessant das Faktum, dass Menschen mit weniger Bildung eher auf Facebook diskutieren würden, während die mit höherer Bildung lieber unter Freunden zuhause bleiben.

Dabei stellte sich auch heraus, dass die meisten Informationen über beispielsweise politische Themen über Fernsehen und Radio kommen, nicht aber über Social Medias.

 

Dies ist eine amerikanische Studie. Wie verhält es sich hier in Europa? Wie sieht es bei euch aus? Diskutiert ihr lieber am Tisch oder über Facebook und Twitter?

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